Lesung mit Semra Idic aus ihrem Buch „Wenn nicht sogar sehr – Meine Geschichte unserer verhinderten Abschiebung“ und anschließender Diskussion zur Flüchtlingspolitik in Deutschland.
Sie ist erst 20. Aber die Dramen, die Semra Idic und ihre Familie schon erlebt haben, reichen für ein ganzes Leben. Sie war noch ein Kleinkind, da floh ihre Familie aus Serbien vor Krieg und Terror. In Düsseldorf waren die Roma lange geduldet. Dann drohte die Abschiebung, am Ende traf es Semras Vater. Im Kirchenasyl hielten Semra, ihre drei Geschwister und ihre Mutter dann solange aus und kämpften, bis sie einen sicheren Aufenthaltsstatus zugesprochen bekamen. Semra Idic hat ihre Geschichte aufgeschrieben, kein geringerer als Günter Grass hat eine Einleitung zu ihrem Buch verfasst.
Semra Idic berichtet über Solidarität und Unterstützung ohne die ihre Familie den Kampf für ein Bleiberecht nicht hätte gewinnen können. Sie rechnet aber auch mit der deutschen Flüchtlingspolitik und den Gegnern der Familie ab. Semra Idic gehört zu den Gründerinnen der Düsseldorfer Flüchtlingshilfe „Stay“, mit der auch Alerta zusammen regelmäßig die „Refugees welcome“-Aktionen bei Fortuna durchführt. Ein interessanter Abend ist garantiert. Semras kleiner Bruder ist übrigens glühender Fortuna-Fan. Kein Mensch ist illegal!